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Hinterer Schermen 31 Ittigen

Das Industriegebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert machte sich ­­­ – wie viele der umliegenden Bauten aus dieser Zeit auch – die Wasserkraft der Worble zunutze. Unter den breit auskragenden Holzlauben im Süden verläuft ein Mühlekanal direkt neben dem Mauerwerk des Sockelgeschosses, an dem die Mühleräder befestigt wurden. Deren Antriebs­kraft lieferte die Energie um Teigwaren, Schokolade, oder Kaffee-Essenz zu produzieren. Im Laufe der Jahre wurde der Bau immer wieder erweitert und umgebaut, und zuletzt als Wohngebäude genutzt. Die Spuren der Vergangenheit bleiben heute überall spürbar: die Schleif­spuren der Mühleräder am alten Gemäuer, die hohen Produktionsräume mit Decken­öffnungen für den Warentransport, oder die langen Riegkorridore zur Laube. Die charakteristischen Elemente des Baus sprechen die Sprache seiner industriellen Vergangenheit.

Heute ist das Gebäude ein schützenswertes Baudenkmal und erfordert einen behut­samen Umbau um ursprüngliche Raum- und Trag­strukturen wieder sichtbar zu machen. Obwohl nicht ursprünglich zum Wohnen konzipiert, lassen sich mit geziel­tem Entwurf zeitgemässe Wohn­strukturen in den Bestand integrieren und 12 Woh­nungen mit Gemein­schaftsbereichen realisieren.

So bildet zum Beispiel das Tenn mit beid­seitigen Rundbogentoren einen grosszü­gigen Zugangs­bereich für die Wohnungen, welcher gleichzeitig als Gemeinschafts­raum genutzt werden kann. Von hier aus nach oben erschliessen sich alle Wohnungen sowie der prächtige Dachstuhl. Ein innenliegender Hof bringt Licht über das Dach ins Gebäudeinnere. Die ursprüngliche dreiteilige Struktur in Süd-, Mittel- und Nordteil bleibt erhalten. Im Umgang mit dem Gebäudebestand wird eine klare Haltung gesucht: Bestehendes bleibt weitestgehend erhalten. Nur dort, wo Trag­strukturen den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden, wird punktuell ertüchtigt und ergänzt. Neue Strukturen sind als neu erkennbar und sprechen die Sprache der Gegenwart.

Zusammenarbeit

Auftraggeber Private Bauherrschaft
   
Architektur GWJ Architektur AG, Bern
Bauingenieur smt ag, Bern
Holzbauingenieur timbatec AG, Bern
Haustechnik Grünig und Partner AG, Liebefeld
Elektroplaner Elektro Paganini AG, Ittigen
Bauphysik / Brandschutz Gartenmann Engineering AG, Bern

Daten und Fakten

Direktauftrag Sanierung und Umbau
   
BGF  1'330 m2
Wohneinheiten  12
   
Baubeginn 2022
Bezug 2023

Die gestellte Bauaufgabe be­schreibt zwei wichtige Werte zwischen Tradition und Innovation. Ein denkmalpflegerischer Umgang mit dem Bestand und eine poli­tische Haltung zur Siedlungsent­wicklung: Verdichtung nach Innen.

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